September 1, 2008

Das erste Jahr Down Under - Ein Rückblick

Category: Alltagsleben, Freunde, OZ — Sven @ 9:33 pm

Wie die Zeit vergeht….nun sind wir schon seid über einem Jahr in Sydney. Zeit für einen Rückblick auf die Zeit, die Erlebnisse und Eindrücke.

Am 20. August 2007 sind wir hier angekommen und mußten uns ja erstmal komplett neu orientieren. Sehr geholfen dabei hat die tolle Unterstützung von SAP und der Relocation-Agentur, welche uns mit Rat und Tat bei der Wohnungssuche und den ersten notwendigen Dingen wie Autokauf, Telefonanschluß, Bankkonto, etc geholfen hat. Nach den ersten vier Wochen in einem Serviced-Appartment haben wir dann unsere Wohnung in der Fitzroy Street bezogen, wo wir uns auch heute noch wohlfühlen.

Die ersten Wochen haben wir viel damit verbracht uns hier das Leben wieder einzurichten und diverse Dinge zu organisieren. Dabei ist uns aufgefallen, daß in Down Under extrem viele Regularien existieren. Gerade was Behörden angeht war es oft Nervensache zum Ziel zukommen. Beispielsweise der Führerschein:
Es gibt nur eine offiziell anerkannte Übersetzungstelle bei der man seinen deutschen Führerschein übersetzten lassen muß. Diese Stelle ist natürlich hoffenungslos überlastet und natürlich auch überteuert. Dazu übersetzen sie wirklich nur Wort für Wort und so steht also da: Field 13 contains “12.08.1991″. Madlen und ich haben beide unseren Motorrad-Führerschein nach dem Autoführerschein gemacht und deshalb ist in einem Feld nur ein Sternchen, welches auf einen Aufkleber verweist, der das Datum enthält an dem dieser Motorrad-Führerschein gemacht worden ist. Das konnte die Behörde natürlich nicht anerkennen bzw. interpretieren und so landete ich damit bei der deutschen Botschaft, um eine Interpretation zu bekommen aus der klar hervorgeht, daß wir beide einen Motorrad-Führerschein haben. Auch das kostete natürlich nochmal Gebühren (ganz abgesehen von der Fahrerei und den Nerven). Aber auch diese Hürde haben wir bezwungen und mit jeder Hürde dieser Art bekommen wohl auch wir bessere Nerven, Geduld und lernen mit diesen Dingen umzugehen :-)

Es gab einige Dinge, welche einem das Leben und den Umgang mit den hiesigen Behörden und Unternehmen manchmal schwer machten. Bei Strom und Telefon ist es manchmal nicht einfacher - gerade noch wenn der Stromanbieter nur die Strom-Leitungen von einer anderen Firma nutzt, werden die Nerven beim Stromausfall gerne schnell dünner wenn man von einer Firma an die andere verwiesen wird und zurück. Jeder folgt natürlich auch hier nur seinen Anweisungen und Regeln…

Andererseits sind die Australier mit Ihrer “no-worries” Mentalität auch irgendwie immer freundlich und hilfsbereit. Auf den Strassen hilft einem jeder wenn man sich mal verlaufen hat, in den Cafes und Restaurants wird Platz gemacht und auch gern von Tisch zu Tisch geschnackt, man kommt beim Surfen, Schwimmen und sonst auch immer irgendwie ins Gespräch.
Diese Kontakte sind sehr nett, jedoch entwickeln sich hieraus nur sehr selten echte wiederkommende Freundschaften oder Kontakte. Wir haben in dem letzten Jahr kaum australische Freunde gewinnen können, dafür aber ein paar sehr, sehr gute deutsche Freunde. Und Sydney ist eben doch recht voll mit Deutschen, die hier leben. Es ist schön mit diesen Freunden dann die Erlebnisse zu teilen, die schwierigen Zeiten gemeinsam zudurchstehen und die Wochenenden mit schönen Dingen zu gestalten. Wie verbindend dabei die selbe Sprache und ein gleicher kultureller Hintergrund sein kann, erleben wir hier auf eindrucksvolle Weise. Irgendwie wirft es ein neues Licht auf “die Auslaender”, die viel Zeit mit ihresgleichen verbringen. Das koennen wir inzwischen viel besser nachvollziehen. Tja wir wollen uns zwar moeglichst integrieren, aber wenn das bedeutet “Footie”, Rugby und Cricket zu verstehen, sich zu tätowieren, beigen Teppich in der Wohnung zu bevorzugen und regelmaessig viel Bier zu trinken, dann überlegen wir uns das doch lieber mit der Integration. :-) Nein diese Schilderung wird den Australiern nicht gerecht. Es gibt eben nicht den Australier wie es auch nicht den Deutschen gibt. Die grösste integrative Herausforderung ist wohl den australischen Humor zu verstehen! Davon haben sie nämlich eine ganze Menge. Leider mache ich (Madlen) allzuoft ein fragendes Gesicht, wenn meine Kollegen eine witzige Andeutung über ein aktuelles Ereignis machen. Wenn dann noch die berühmten australischen Akürzungen ins Spiel kommen habe ich keine Chance und bis bei mir die Groschen gefallen sind, ist der Moment vorbei und ich fühle mich wirklich wie eine Ausländerin.

Das Wetter ist ein wichtiger Faktor hier und wir genießen es sehr, daß überwiegend trockenes, sonniges Wetter uns an den Wochenenden erlaubt an den Strand zu fahren, zu baden, surfen, Volleyball zu spielen, zu Grillen und die Natur um Sydney zu erkunden. Das Leben findet hier viel mehr draussen statt als in den Madlen Blue MountainsWohnungen. Dabei muß man natürlich immer aufpassen, daß einem nicht der Kopf verbrennt, da die Sonne schon ganz schön brennt. Also T-Shirt, Sonnencreme und Hut sind ein Muß (Slim, Slap, Slop - wie die Aussies hier so sagen).
Selbst jetzt im Winter brennt die Sonne am Tag schon oft sehr heftig. Dafür wird es in den Nächten umso kälter (bis zu 0 Grad). Und wenn man nun noch die etwas provisorische Bauweise der Wohungen dazu nimmt, welche natürlich alle keine Heizungen haben, von Doppelverglasung oder Isolierung ganz zu schweigen kann man sich vielleicht vorstellen, daß wir oft abends auf dem Sofa sitzend Tee trinken und uns mit einer Decke und der gekauften elektrischen Heizung ein Zimmer warm halten. Tja…die Hitze im Sommer ist recht gut auszuhalten, die Kälte im Winter ist da eher ein Problem - wer hätte das von Australien gedacht :-)

Apropos Wohungen. Der Immobilienmarkt besteht überwiegend aus Eigentum. Australier kaufen Häuser oder Wohnungen lieber und verkaufen diese auch öfter wieder (je nach Geld und Familien-Situation). Da sind wir als Mieter schon eher die Ausnahme. Mietwohnungen sind also eh schon rar, dazu sind die meisten in einem eher miesen Zustand und viel zu teuer. Wir hatten echt Glück mit unserer Wohnung - das wird uns jetzt mal wieder klar wo wir angefangen haben uns mal wieder ein wenig umzusehen (da wir eigentlich vor hatten doch mal nach Manly an den Strand zu ziehen). Mit unserer Miete von nun 550 AUD pro WOCHE (nach einer Mieterhöhung von 50 AUD die Woche) sind wir nach wie vor mit einer super Wohnung beschenkt. Und die werden wir auch erst verlassen, wenn wir etwas wirklich besseres finden.

Eine weitere Sache ist der Sport. Die Australier sind Sport-Fanatiker. Jeder macht Sport, in der Mittagspause joggen gehen (bei der Hitze), Fitness Studio (auch Madlen springt hier schon wieder in Kursen herum), Rugby haben alle Männer wenigstens in der Schule gespielt, Surfen, Schwimmen, Beach-Volleyball oder irgendwas anderes. Dazu schauen sie natürlich auch Sport-Events, haben ihren Lieblings-Rugbyclub, stehen auch auf Pferde- und Hunderennen und wissen beispielsweise immer genau wie es bei Olympia so steht, wer wieviele Medalien hat, etc. In den Pubs laufen immer Fernseher mit den aktuellen Sport-Events und natürlich wird auch viel gewettet.

Achja….Pubs und Wetten. Die Australier sind ziemlich spielsüchtig wenn man Berichten und Statistiken glaubt. Nicht nur, daß man in oder neben fast jedem Pub auf Sportevents wetten kann. Auch in den Ortsteil-Clubs (wir sind auch Mitglieder im Kirribilli-Club) stehen im hinteren Raum jede Menge Geld-Spielgeräte und werden besondere Wettabende veranstaltet. Wahrscheinlich existieren die Clubs nur, um den Spielsüchtigen ihr Suchtmittel bereit zu halten.
Pubs…ja, das ist wohl etwas was hier durch den noch stark zu spürenden englischen Einfluß entstanden ist. Die Australier lieben ihre Pubs, die laute Atmosphäre, die bis zum Rand eingeschenkten Biergläser, den Teppich(!), der doch mit Bier jeden Abend nur so durchwaschen werden muß, die Fernseher mit den Sportevents und das Friday-Evening Beer. Nach der Arbeit geht es dann (gerade für die jüngeren Kollegen ohne Familie) in den Pub und es wird gesoffen. Jawohl - gesoffen. Denn es bleibt nicht bei 1-3 Bieren, sondern geht meist bis in die Nacht und mit soviel Bier bis man kaum noch stehen geschweige reden kann. Das ist natürlich nicht auf die Männer beschränkt, sondern auch Frauen, welche hier gern hohe Schuhe und kurze Rücke tragen (muß auch aus England hier eingeführt worden sein) torkeln und stützen sich gegenseitig auf dem Weg nach Hause. Zum Ansehen ist das manchmal ganz lustig, aber insgesamt ist die extrem laute Atmosphäre und der Extremkonsum von Alkohol eher noch gewöhnungsbedürftig für uns. (Kommentar Madlen: Gegen die entblössten Frauenbeine hat Sven eigentlich nichts einzuwenden…)

Neben dem Leben hier in Sydney haben wir im letzten Jahr auch extrem viele Reisen unternommen. Neben mehrmaligen Besuchen in Melbourne (mit Jörn und Inga), Adelaide und Byron Bay war ich ja auf meiner Air-Safari (sogar mit Bericht im Magazin hier) bei der ich schon recht viel von Australien gesehen habe. Das Land ist wirklich riesig und die verschiedenen Arten von Klimazonen und Natur, den Tieren und Pflanzen, dem Meer, Strand und der Steilküste sind schon sehr beeindruckend. Dazu kamen ja noch unsere Reisen nach Japan, Singapur, Vanuatu und Tonga. Bei unserem ersten Sylvester in Sydney haben wir uns natürlich das Feuerwerk angesehen und mit Freunden gefeiert.

Besuch gab es im letzten Jahr dann doch eine Menge - von Madlens Mutter, Uta, Burghardt, Susanne, Katharina, Nathalie und Stephane und aktuell gerade von Björn und Knud von CoreMedia.

Und wir waren zu Besuch in Hamburg und München, unserer alten Heimat zu Hause. Heimat wird es noch länger sein und bleiben, denn wo man mehr als 30 Jahre gelebt hat wird man seine Wurzeln sicher behalten.
Und das ist auch gut so, denn Europa ist extrem lebenswert und liebenswert mit der Vielfalt auf kleinem Raum, den verschiedenen Kulturen, der Historie und den Traditionen und der Ästhetik. Dieses wird einem nochmals sehr bewußt wenn man im Ausland lebt - Europa ist ein grossartiger Kontinent zum Leben.

Auch ist es interessant, daß man hier erst richtig wahrnimmt was ein “altes” Land alles so für Vorzüge hat. Die Traditionen, Werte und Geschichte von Europa und Deutschland hat viele Vorzüge und Dinge, welche wir in unserem langen Leben dort für selbstverständlich gehalten haben. Wenn man in einem so jungen Land wie Australien ist wird einem erst richtig bewußt was sowas bedeutet. Hier gibt es keine jahrhunderte alte Traditionen oder Werte und damit kommt einem vieles nicht so richtig “echt” vor.

Nach einem Jahr in Australien vermissen wir schon sehr die deutsche Kultur, deutsches Essen (Aldi bringt ein wenig was davon hierher, auch Schwarzbrot beim deutschen Bäcker genießen wir sehr), europäische Vielfalt, kurze Distanzen zum Reisen, deutsche Verlässlichkeit, durchdachte Konzepte und Planungen, und -nicht lachen- deutsche Wertarbeit. Das wissen wir jetzt erst richtig zu schätzen.

Dafür haben wir jedoch die grossartige Natur, das Meer mit seinen schönen Stränden, Wale vor der Küste, Wetter, daß es eigentlich immer ermöglicht draussen zu sein, tolle neue Freunde, weniger Neidkultur, asiatische Vielfalt und Einfluß (ich wußte nie, daß ich thailändisches Essen so mag), easy-going Mentalität, Surfen und glasklares Wasser zum Tauchen und Schnocheln, einen Flugschein und weitere Ausbildung zum Herumfliegen in Australien und vor allem:

TOLLE ERLEBNISSE UND EINDRÜCKE

Neben den schönen Dingen und Erlebnissen gab es auch Tiefen die wir gemeinsam durchstanden haben und weiterhin durchstehen werden. Die Schwierigkeit sich ein neues soziales Umfeld zu schaffen, die andere Art des Feierns, die schwierige Jobsuche über die Personal-Agenturen, das Fehlen von Gewohntem und Vertrautem - alles Dinge, welche einen manchmal auch fluchen und traurig machten. Und so haben wir sicher schon das ein oder andere Mal darüber nachgedacht ob wir wieder zurück gehen sollten. Keiner von uns hat erwartet, daß es einfach wird. Aber machmal war es schon echt hart und Heimweh war dann doch noch stärker vorhanden, wenn das Leben hier gerade nicht so schön war.

Aber insgesamt bereuen wir den Schritt nicht. Wir haben viel dazu gelernt, Dinge erlebt, welche wir so von Hamburg aus nicht erlebt hätten und gemerkt wie man als Ausländer sich so fühlt.
Mal sehen was das nächste Jahr so bringen wird. Wir werden weiterhin hier berichten…

August 6, 2008

Tonga - Urlaub, Königskrönung und andere Erlebnisse

Category: Besuch, OZ, Tonga, Urlaub — Sven @ 5:44 pm

Letzte Woche waren wir in Tonga, genauer gesagt auf den Inseln Tongatapu und Eua - Fest in Tonga das liegt ja quasi hier “um die Ecke” mit nur 4 Std (bzw 5,5 Std auf dem Rückweg) Flugzeit (ca 3000km von Sydney). Den Flug dorthin hatten wir schon vor Ewigkeiten gebucht da wir wußten, daß dort ein neuer König gekrönt wird. Diese Festlichkeit wollten wir damit verbinden Frank & Gabi (Freunde von Madlen) dort zu besuchen. Sie wohnen in Nuku’alofa, der Hauptstadt (immerhin 22.000 Einwohner) von Tonga. Insgesamt besteht das Königreich Tonga aus ca. 170 Inseln verteilt über ca 1000km von denen nur ca 40 Inseln bewohnt sind. Insgesamt gibt es ca 100.000 Einwohner.

Los ging es also am Montag 28. July - weg aus dem kalten und verregneten Sydney. Der Flieger hatte natürlich erstmal fast 2 Std Verspätung (tonganische Verhältnisse) und war dann bis auf den letzten Platz voll mit Tonganern, die alle Ihre Familien besuchten und die Krönung feiern wollten. Alle hatten extrem viel Gepäck und tausende von Kartons, Plasikbeuteln, etc - in Tonga muß eben eigentlich alles eingeführt werden. Deshalb nimmt jeder mit was er kann, darf oder bezahlen kann.

Nach ca 4 Std kamen wir auf der Hauptinsel an wo uns die beiden schon erwarteten. Schnell mit dem Auto durch die Strassen (so schnell es eben geht bei den alten Klapperkisten) um dann um Mitternacht bei denen noch einen Snack zu bekommen bevor wir tot ins Bett gefallen sind.

Frank hatte ein “kleines” Programm für unsere Woche Urlaub ausgearbeitet und so ging es dann am Di morgen auch gleich los mit einer Stadtführung, einem Lunch im Cafe Friends, zum Talamahu Market (Obst und Gemüse sowie allerlei lokale Produkte), Kauf eines Führerscheins und diversen weiteren Erlebnissen (inkl. dem Jugendkampf zweier Schulen auf offener Strasse). Ausserdem sind wir in ein Stadion gefahren wo die Schulklassen Tänze und allelei andere Performances aufführten.

Obst und Gemüsemarkt in Tonga

Die ganze Insel war in Feier-Stimmung. Man hatte viel aufgeräumt, Häuser neu gestrichen und auf den Strassen standen jede Menge Bögen mit Glückwünschen für den neuen König. Frank meinte, daß er die Insel noch nie so sauber und herausgeputzt gesehen hat (und er wohnt immerhin schon mehrere Jahre dort).
Leider sind in der Innenstadt durch Feuer jede Menge Gebäude zerstört worden. Die Tonganer haben 2006 diverse Gebäude in Brand gesteckt und wollten damit die chinesischen Geschäftsleute verjagen, welche durch Ihren Fleiß und Arbeit viel Geld verdienen.

Wir haben die Tonganer aber insgesamt als sehr freundliche, hilfsbereite Leute kennengelernt. Aber sicher sind sie keine Geschäftsleute und Service ist bei Ihnen nicht geboren :-)

Abends sind wir dann nach einem Dinner im Cafe Escape zur Misswahl vom Heilala Festival. Hier saßen tausende von Tonganern auf der Strasse und guckten sich die mehrstündige Vorführung an bei der es leider immer mal wieder regnete.

Am nächsten Tag sind die beiden mit uns einmal um die Hauptinsel gefahren (sind nur ca 70km) und wir haben die vereinzelten und zum Teil gut versteckten Touristen-Attraktionen zu sehen bekommen. Schilder und Hinweise gibt es dort eher nicht…wozu auch - der Tourist kann ja ruhig suchen. Neben den Blowholes haben wir noch natürliche Steinbrücken, Strände mit viel Riff davor und eine Menge Kokospalmen und Regenwald gesehen. Ausserdem die überall verteilten Friedhöfe auf denen die Gräber schön geschmückt worden sind. Teilweise mit Bierflaschen…etwas ungewöhlich für westliche Verhältnisse, aber durchaus interessant. Am Oholelei Beach haben wir dann Picknick gemacht und sind abends nach viel Sightseeing zum Dinner im Kaati-Ni gewesen.
Geschmückte Gräber auf Tonga

Dort wollten wir eigentlich einen Campari-O’Saft trinken, aber es gab keinen O-Saft. Genauso gab es eben diverse Weine von der Karte nicht und auch beim Essen war die Auswahl beschränkt, aber so ist das eben in Tonga. Es gibt nicht immer alles und man muß die Dinge so nehmen wie sie kommen.

Donnerstag sind wir beiden früh zum Flughafen um dort einen kurzen 10 Min Flug nach Eua (eine kleine Nachbarinsel) zu besteigen. Mit der kleinen Maschine ging es kurz hoch, niedrig übers Meer um nach Walen Ausschau zu halten und dann auf einem kleinen Buschstrip auf Eua wieder runter. Dort empfang uns eine Dame vom Hideway Resort in Ihrem alten Jeep. Dort frühstückt ging es los auf eine geführte 4WD - Tour um die Insel. Aber vorher hatten wir noch Zeit ein paar Wale zu beobachten, die direkt vor der Küste dort im Wasser spielten.
Dann ging es mit ein paar Leuten rauf auf die Ladefläche eines kleinen Lasters, notdürftig mit Holzbänken zum sitzen ausgestattet über die unebenen Strassen der Insel zu diversen Aussichtspunkten, Steilküsten, Stränden und Regenwäldern. Ausserdem haben wir viel Kunst aus Tapa gesehen. Abends tat uns der Hintern dann doch ganz schön weh vom ewigen Geschüttel und Gerüttel.
Unser Flug sollte so gegen 16:30 Uhr zurück gehen…aber wie es so auf den Inseln meist ist gab es zu dieser Zeit tiefe Wolken mit Nieselregen. Also konnte der Flieger nicht kommen und wir mußten auf der Insel bleiben - zum Glück hatte das einzige Resort noch ein Zimmer frei und so holte uns die Dame vom morgen auch nach 2,5 Std warten am Flugplatz wieder ab. Das (zugegebenermaßen nicht besondere) Abendessen auf der Terrasse mit kühlem Bier hat unsere Laune dann wieder gehoben. Wir sind dann am nächsten Morgen mit der 7:50 Maschine zurück geflogen. An dem Freitag stand die Krönung des Königs auf der Hauptinsel an und natürlich waren alle anderen (späteren) Maschinen ausgebucht.

Freitag war dann die Krönungsfeier. Sie fand natürlich unter Ausschluß der Öffentlichkeit statt. Aber man sah doch eine Menge Leute die in Ihren Uniformen, traditionellen Anzügen mit Rock, Kostümen, etc durch die Strassen liefen. Ausserdem waren natürlich eine Menge Militär-Paraden zu sehen.

Wir haben uns durch die Strassen treiben lassen und sind abends zu einem Tongan Feast im Liku’alofa Resort gegangen wo diverse Tänze und Geschichten um die pazifischen Inseln Fiji, Samoa und Tonga erzählt worden sind. Vorweg gab es tonganische Spezialitäten, also bspw Taro, Pork, Fisch und sweet potato. Ein paar Dinge sind sehr lecker…andere ein wenig gewöhnungsbedürftig.

Samstag und Sonntag waren wir dann glaube ich relativ faul und haben den Tag mit Schlafen und einem Strandspaziergängen verbracht. Dabei habe ich eine schöne Muschen gefunden - mit Bewohner. Eine riesige Schnecke saß dort und schaute mich mit den Augen an. Wir haben Sie dann wieder ins Wasser gelassen.

Zurück ging es am Montag - der Flieger war sogar recht pünktlich - ins kalte Sydney. Nach den paar Tagen Sonne und vor allem warmen Temperaturen frieren wir nun hier noch mehr. Es wird Zeit, daß der Frühling hier beginnt !!!

Frank & Gaby waren ganz hervorragende Gastgeber und wir haben uns sehr wohl gefühlt bei Ihnen im Haus. Vielen Dank für alles - wir hoffen ihr hattet auch ein wenig Spaß !!!
Das Programm von Frank war reichlich und wir müssen sicher nochmal einen Flug nach Tonga buchen um die nicht geschaften Dinge nachzuholen und auch ein paar weitere Inseln zu erkunden.

Neben den paar Fotos hier gibt es noch eine vollständige Übersicht der Fotos bei Picasa.

Schnee in Sydney

Category: OZ, Wetter — Sven @ 9:57 am

Wer denkt, daß es in Sydney keinen richtigen Winter gibt, dem seid gesagt sein, daß wir hier im Moment ganz schön frieren während in Deutschland der Sommer brennt. Nicht nur, daß es keine Heizungen in den Wohnungen gibt, sondern die Temperaturen scheinen dieses Jahr auch extrem niedrig zu sein.

Es gab sogar Schnee (bzw ganz feinen Hagel) - und das in Sydney !!! Siehe Bericht in der Zeitung.

Das Schöne ist, daß die Australier das irgendwie ignorieren und weiterhin in kurzen Hosen, Badelatschen und T-Shirts in der Freizeit rumlaufen (wie auch auf dem Foto in dem Bericht oben). Winterreifen gibt es natürlich auch nicht…

Hier ein Video von dem Spektakel:

August 5, 2008

Google Street View

Category: Alltagsleben, Lustiges, OZ, Wissen — Sven @ 5:33 pm

Google hat heute hier in Down Under seinen “Street View” gelaucht. Ab sofort kann man auch in den meisten Städten (und selbst auf den ländlichen, langweiligen Highways) Fotos ansehen. Auch wenn die Fotos zum Teil schon bist zu 7 Monate alt sein sollen, so geben Sie doch einen Eindruck wie es hier aussieht, wenn man durch die Strassen geht.

Also hier nun bspw mal unsere Garage oder das Kirribilli Cafe in dem wir gestern mit Inga & Jörn gesessen haben.

Sicher gibt es dabei auch eine Menge Bedenken bezüglich Datenschutz. Bspw berichtet der SMH darüber. Ich finde es aber eine tolle Idee - vielleicht sieht man ja auch uns mal irgendwo auf der Strasse sitzen :-)

Heute gefunden in der kostenlosen Zeitung MX: Bullet-Proof Bras being issued to German police. Ich sags ja immer wieder: Deutsche Ingenieurskunst ist weltweit ungeschlagen und wird hier gross in der Presse beschrieben.

July 26, 2008

Meine Freundin Nathalie…

Category: Besuch, Fliegen, OZ — Madlen @ 6:06 pm

…hat Anfang des Jahres einen Vortrag bei einer Konferenz eingereicht - nicht ahnend, das dieselbe in Melbourne stattfindet. :-) Zu ihrer und meiner Freude wurde sie als Referentin akzeptiert und bekam von ihrer Uni in Perpignan das Reisebudget. Also dank dieser Konferenz konnte ich Nathalie und ihren Freund Stephane am Donnerstag vor einer Woche in die Arme schliessen. Wir hatten uns eine Ewigkeit nicht gesehen. Beide bekamen unser volles Besucher-Umkuemmerungsprogramm. Sven - als perfekter Gastgeber - flog die Beiden und mich ueber das Hafenbecken von Sydney. Das war natuerlich die Kroenung und Nathalie konnte damit vor den arroganten Kongressteilnehmern kraeftig angeben. ;-)

Es standen noch die ueblichen Empfehlungen auf dem Programm, Zoobesuch, Manly und mit etwas Glueck bekamen wir sogar noch Opernkarten fuer Don Giovanni. Sonntag flogen beide nach Melbourne, um eine gute Woche spaeter noch mal fuer zwei Tage zurueck zu kehren. Am Mittwoch frueh flogen sie leider wieder zurueck nach Paris. Bon voyage! Je vais vous manquer! Fuer unseren naechsten Europaaufenthalt ist auf jeden Fall ein Abstecher nach Perpignan geplant. :-)

Das Schoene am Besuch bekommen ist, es macht uns wieder darauf aufmerksam, in welch schoener Stadt wir leben und welche Privilegien wir doch geniessen hier zu sein. Das geraet schon mal in Vergessenheit, wenn der Alltag zuschlaegt. Durch das Stauenen und Bewundern unser Gaeste wird uns Sydney noch mal so wertvoll! Insofern heissen wir den naechsten Besuch schon mal vorab herzlich willkommen. So ungefaehr in zwei Monaten koennen uns bitte die Naechsten den Alltag vertreiben. :-)

July 24, 2008

Startup-Schicksal

Category: Alltagsleben, Arbeit, OZ — Sven @ 7:26 am

Ohne Worte:

STATE SHIPPING LINE DELAYS START OF OPERATIONS

TONY O’HARE as the CEO and ACHIM DRESCHER as Chair planned a domestic coastal shipping service during the past two years. The business model of STATE SHIPPING LINE was based on the fact that Australia´s domestic transportation requirements have shown strong growth over the past 6 years. This is especially the case on the EAST - WEST - EAST route between Sydney, Melbourne and Perth and also on the SOUTH - NORTH - SOUTH route between Melbourne, Sydney, Brisbane and Townsville. The rail has a certain capacity which can only be expanded with a strong infrastructure investment and the same applies to the road/truck mode.

Australia needs three modes of domestic transport: rail, trucking and shipping. A domestic shipping operation can add substantial transport capacity, it is the cheapest mode and it is also the least polluting
mode.

It is the intention of STATE SHIPPING LINE to start with two vessels a fixed day weekly service on the East-West Route and extend to the South-North route with a third vessel later.

Over recent months the technical infrastructure (especially a sophisticated IT concept) has been established. Key staff of 10 people joined the project in offices in Sydney and Melbourne over recent weeks.

The charter process for two CV 1100 type vessels had progressed quite far and it was planned to start with the service in mid August 2008.

Finance for the project came from the Private Equity market in the form of loans over a significant period. These arrangements were put in place late 2007 and early 2008. However, in recent months the Financial Markets changed significantly. What started as the Subprime Mortgage Market Decline became an International Credit Crisis, which is now especially strong in the USA. One has to expect that Australia will not stay outside this development, in fact it is already extremely difficult to raise

funding and almost impossible to do so for a start-up situation. The financial lenders to STATE SHIPPING LINE have therefore now decided to delay the start of the project by at least a year as the funding of STATE SHIPPING LINE for the medium term (2 - 3 years) is not yet in place. There would be no purpose to keep
the infrastructure in place for this waiting period and staff has therefore been informed that the business will be wound down.

July 19, 2008

Schifffahrt, der Papst und andere Geschichten

Category: OZ — Sven @ 5:35 pm

Es ist mal wieder Zeit ein wenig zu berichten was in den letzten zwei Wochen hier so passiert ist.

Nachdem Burghardt zu Besuch ging die Woche gleich mit Arbeit los. Ich hatte doch während unseres Besuches in Hamburg ein Bewerbungsgespräch. Das wurde hier fortgesetzt und nun bin ich seid dem 7. July wieder in “Lohn und Brot” wie man so schön sagt. Es wurde nun auch Zeit, da ich mit meiner vielen Freizeit doch ein wenig unauslastet war trotz Fluglizenz und Surfen :-)

Nun bin ich also General Manager IT bei einem Startup in der Container-Schifffahrt. Spannende Sache, denn ich habe keine Ahnung von der Materie. Aber jeder meinte, daß es recht einfach ist und man dort schnell reinkommt. Worum geht es also?

Australien hat derzeit keine lokale Container-Schifffahrtslinie, d.h. die Ware, welche von Ost nach West oder Nord nach Süd transportiert werden muß geht überwiegend auf die Strasse oder der Schiene. Oder eben ein paar internationale Schifffahrtslinien nehmen diese mit - aber das wird hier sehr ungern gesehen (die Australier wollen natürlich auch ihre eigene Wirtschaft bezahlen). Die State Shipping Line wird hier nun genau das Thema angehen und mit erstmal zwei Schiffen für jeweils 1100 Container diesen Service anbieten ab Ende August. Dafür sind natürlich jede Menge IT Dienste nötig: Das Buchungs und Schiffsplanungsprogramm mit Kundenverwaltung, Email, Fileserver, Sales-Mitarbeiter mit Laptops, Blackberry und Remote Access, Büros in jeder grossen Stadt, etc. Also jede Menge Arbeit und Kreativität um das umzusetzten.

Gestern war ich mal einen Tag in Melbourne um dort ein paar Dinge zu erledigen. Morgens um 7 Uhr rein in den Flieger und abends um 21 Uhr zurück…schon ein langer Tag. Aber insgesamt geht es in der Schifffahrt schon ein wenig ruhiger (noch) zu als in der Internet / Web-Welt. Und es macht auch viel Spaß unterwegs zu sein und Dinge auf den Weg zu bringen. Im neuen Büro sitzen wir seid letzter Woche mit 10 Leuten, 3 weitere in Melbourne und noch diverse Positionen zu besetzen. Ich bin gespannt auf das erste Schiff und will unbedingt mal in den Hafen wenn es anlegt.

Achja…und dann ist da ja noch der Papst. Der ist seid Montag in der Stadt zum World Youth Day 2008. Neben ihm sind noch ca 500.000 Pilger und Anhänger aus allen Ländern der Welt in den gesperrten Strassen unterwegs und die Innenstadt ist dadurch schon sehr viel voller als sonst. Auch die Züge sind brechend voll und machmal muß man sich schon durch lautes “Excuse me” mal den Weg durch die rumstehenden Massen von Jugendlichen erkämpfen. Heute morgen war dann sogar die Harbour-Bridge gesperrt und es liefen die Menschenmassen über die Brücke um dann am späten Nachmittag auf dem Randwick Racecourse sich den Papst anzuhören. Natürlich waren auch viele Gruppen von Deutschen dabei und manchmal hatte man eher den Eindruck es sind Fussballfans und keine Katholiken, denn sie schrien auch mal “Oh wie ist das schön” und “Deutschland, Deutschland” - fast schon WM Stimmung :-)
Wir sind auf einen der Pylonen gestiegen und haben uns das treiben von dort oben mal angesehen. Bei herrlichem (Winter-)Wetter war es dort oben eine fantastische Aussicht bei Sonne und fast 20 Grad.

Letzten Dienstag war ich dann auch nochmal bei einem Nachtflug. Darren (der Fluglehrer) und ich sind von Camden aus bis zur Harbour Bridge geflogen und zurück - natürlich hatte ich keine Kamera dabei. So ein Mist. Aber ich hoffe wir machen das nochmal und ich denke beim nächsten Mal daran.

July 6, 2008

Whale watching aus der Luft und vom Land

Category: OZ — Madlen @ 10:38 pm

Gestern war ein super Tag! Mit unserem Besuch Burghardt sind wir ganz frueh aufgestanden, obwohl noch Restspuren vom Jetlag ins Bett lockten. Sven hatte einen Flieger gebucht. Wir hatten Glueck mit dem Wetter und vor allem mit den Jungs von der Flughafenkontrolle. Wir bekamen die Freigabe ueber die City von Sydney fliegen zu duerfen, so dass mein Lieblingspilot uns drei Runden ueber die Brucke und Oper kreiste!! Das war vielleicht toll! Dann ging es weiter entlang der Kueste, an den Straenden, der Hafeneinfahrt vorbei und kurz vor Maroubra sah ich zwei Wale im Wasser. Ich glaubte meinen Augen kaum. Aber meine Sichtung wurde bestaetigt und Sven kreiste uns ganz tief um die Wale herum. Das war vielleicht aufregend! :-) Ich habe den Ausloeser der Kamera - mit Serienbilderfunktion -  gar nicht mehr los gelassen. Es machte nur klick klick im Sekundentakt. Dafuer ist die Bildausbeute leider sehr mager ausgefallen. 170 Meter sind eben doch eine ziemliche Entfernung. Den Rest des Tages verbrachte ich mit einem zufriedenen Grinsen im Gesicht. Wir waren dann noch in Manly haben koestliche Ben Bry-Burger genossen und sind auf die Felsen ueber Shellybeach geklettert, um die Aussicht zu geniessen.

Die zweite Walsichtung hatten wir heute Nachmittag. Nachdem wir Burghardt zum Flughafen gebracht hatten, fuhren wir nach Maroubra, um Inga und Joern zu besuchen. Joern erzaehlte uns, dass sie vom Strand aus Walen beobachtet haben, die sogar aus dem Wasser gesprungen waren!! Den Rest des Nachmittags verbrachten wir mit anderen Schaulustigen auf einem Felsen hoch ueber dem Meer uns sahen leider etwas weit weg Wale ausatmen, manchmal einen Ruecken oder eine Flosse. Bis zur Daemmerung harrten wir in der recht kuehlen Luft aus und hofften auf Walspruenge. Joern meinte, die machen das wohl nur in der Mittagssonne, um sich zu waermen. :-)

Theoretisch waren wir ja infomiert, dass man rund um Sydney auch Wale beobachten kann, aber es dann selbst zu erleben ist doch einmalig!! Wir werden naechstes Wochenende bestimmt wieder Ausschau halten. :-)

July 3, 2008

In Bayern sagt man - Pfiat di God (oder eben Tschauiiii)

Category: Besuch, Deutschland, Freunde, Kulinarisches, München, Natur, OZ, Urlaub, Wandern — Sven @ 2:14 am

Nachdem wir in Hamburg Matjes genossen haben mußten wir natürlich auch noch in den Süden um Berge, Biergärten und Brezn zu bekommen. Und das Wetter spielte perfekt mit (bis auf ein paar kurze, heftige Gewitter).

Unser Flug am Montag morgen nach München war dann erst einmal verspätet, dann durften wir in die Sitze, saßen dort ca. 45 Min bevor der Pilot sich in die Kabine begab und mitteilte, daß wir alle wieder aussteigen müssen - etwas sei kaputt. Wie sich später herausstellte war es die Sprechanlage, deshalb auch keine Ansage über Lautsprecher, sondern persönlich von dem Pilot in der Kabine stehend :-) Ich glaube er war auch wenig begeistert…
Auf einen späteren Flieger umgebucht kamen wir dann 3 Std später in München an - aber unser Gepäck leider nicht…es war wohl in HH geblieben. Also zur Gepäck-Vermißten-Stelle (Lost luggage - wie heißt das wohl richtig auf Deutsch?) und abends wurde uns dann das Gepäck geliefert. Wir wollten ja eigentlich diverses Zeugs von den schweren Koffern am Flughafen lassen - nun mußte ich und der Lieferservice es in den 4 Stock Altbau schleppen…hmmm.

Am Abend haben wir uns dann noch mit Oliver, einem SAP Kollegen von Madlen im Augustiner Biergarten getroffen. Dieser Biergarten ist nach wie vor einer der schönsten in München wie ich finde - und mit einer Brezn, einer Maß Weissbier, Obazda und einem Platz unter einer der schönen Kastanien läßt es sich sehr gut ratschen, gucken und einfach den Tag genießen.

Dienstag stand dann ein Ausflug zu Vaike, Andre und Marc auf dem Programm. Eigentlich wollte ich die beiden ja durch die Gegend fliegen dort, unser Hochzeitsgeschenk…aber das Wetter war sehr unbeständig und die Gewitterluft produzierte heftige Turbulenzen, so daß die Flugschule eher abgeraten hat. Wäre sicher kein so toller Spaß für die beiden gewesen. Wir müssen das also nachholen beim nächsten Besuch !!!

Mittwoch waren wir bei meiner Grossmutter. Sie hält sich mit Ihren über 90 Jahren noch ganz gut und genießt auch weiterhin immer mal wieder ein Essen im Biergarten mit kleinem Hellen wenn Besuch kommt. Ich hoffe sie wird weiterhin gut umsorgt und ich freue mich auf den nächsten Besuch dort.
Meine Tante und Onkel vom Bodensee sind auch extra gekommen. So haben wir Erdbeeren (aus eigenem Garten) mit Eis im Garten genossen, ein wenig von unseren Erlebnissen hier in Sydney berichtet und vor allem das gute Wetter genossen.

Donnerstag waren wir in der Innenstadt. Shoppen, Viktualienmarkt, Stachus und einfach treiben lassen. Ausserdem habe ich endlich mal wieder Sandra getroffen - das münchner Mädel habe ich die letzten Jahre immer verpaßt. Schön, daß es geklappt hat !!!
Abends dann der obligatorische Besuch im Kaisergarten - der Kaiserschmarn dort ist einfach himmlisch und unübertroffen bisher. Es war ein schöner Abend mit Andy.

Freitag ging es dann endlich in die Berge. Es ging mit unserem geliehenen SIXT Cabrio erst zum Kochelsee wo wir uns das Wasserkraftwerk angesehen haben. Danach sind wir mit der Herzogstandbahn nach oben und sind zum Herzogstand gewandert. Herrlich diese Aussicht von oben. Berge sind im Sommer doch genauso herrlich beim Wandern wie im Winter zum Skifahren. Den Abend haben wir dann beim Fischmeister in Ambach genossen - ein kleiner, herrlicher Biergarten mit herrlichem Essen und super Aussicht auf den Starnberger See.

Es hat uns so gut gefallen, daß wir am Samstag gleich nochmal in die Berge wollten. Früh morgens um 7 Uhr gings los und wir sind ein wenig tiefer in die Alpen gefahren - nach Österreich. Dort kurz hinter Kufstein raus und nach Söll - einem Skigebiet in dem ich schön öfters im Winter war.
Wir waren doch glatt zu früh für die Seilbahn dort und beschlossen dann eben zu Fuß zu gehen…und es war eine goldrichtige Entscheidung. Morgens in der Ruhe und frischen Luft den Berg zu bewandern, ein Frühstück mit Butterbrezn auf einer Bank mit Blick, zwitschernde Vögel, Kuhglocken….herrlich.
Auf der Mittelstation eine kurze Pause und dann weiter zum Gipfel. Wir waren über 4 Std unterwegs und haben ca 1200m Höhenmeter erwandert als wir um 13 Uhr kaputt oben ankamen (das letzte Stück war schon nochmal mächtig steil). Aber es war ein tolles Gefühl, wir hatten uns unser Bier mit Brettljausn redlich verdient und haben die Abfahrt mit der Gondel genossen.

Abends ging es dann zum Abschied nochmal in den Augustiner Biergarten - ein Abschiedsmaß, Brezn und Obazda für lange Zeit. Sandra, Sandra und Alex haben uns (nochmal) begleitet und den Abschied schwer gemacht.

Am Sonntag ging es dann nach einem kurzen Frühstück mit Vaike wieder zurück nach Down Under. Im Flieger gab es dann leider die Nachricht, daß Deutschland nicht EM Meister geworden ist. Naja, sie haben sich ja wacker gehalten - und 2010 kommt ja bald. Ein kurzer Zwischenstop in Singapur zum Duschen und dann fehlte ein Koffer auch in Sydney, welcher dann aber am Tag danach auch angeliefert worden ist. Ersparte mir wieder einen Kraftakt die 25 kg die vielen Stufen hier hoch zu tragen :-)

Es war schön mal wieder in Nord- und Süddeutschland. Wir haben uns gefreut Familie und Freunde zu sehen, kulinarischen Dinge sehr genossen, Dinge zu bemerken und zu schätzen, welche vorher viel zu alltäglich waren (beispielsweise die vielen Singvögel in Deutschland und das deutsche Küche doch echt gut ist).

Ein Heimatbesuch geht zu Ende - wir sind nun wieder zu Hause. Heimat ist Sydney noch lange nicht, aber wir genießen nun auch hier wieder die Zeit, die Winter-Sonne und das klare Wasser.

Schland - Es war sehr schön.
Bis zum nächsten Besuch.

June 23, 2008

In Hamburg sagt man TSCHÜSS

Category: Besuch, Freunde, Hamburg, OZ, Urlaub — Sven @ 2:55 am

Tja, leider ist nun unsere Zeit in Hamburg schon zu Ende und morgen geht es nach München um dort noch ein paar Tage zu bleiben. Am Sonntag geht es dann über Singapur wieder zurück nach Sydney.

Es fühlte sich gut an mal wieder in der “alten Heimat” zu sein. Und der Abschied fällt mal wieder schwer. Auch wenn wir viele Dinge in Sydney sehr lieb gewonnen haben fühlt sich Deutschland/Europa mit seinem Stil, Atmosphäre, Vielfalt und Geschichte doch eher so an als ob man hier her gehört.
Aber vielleicht erwarten wir auch ein wenig zuviel - ist wohl klar, daß wir nach 9 Monaten Sydney nicht so ein Heimatgefühl haben wie in Hamburg wo wir ja ein paar Jahrzehnte gelebt haben.

Es war schön mal wieder durch Winterhude zu stromern, Fahrrad zu fahren (ist das schön), bei unserem Lieblingsitaliener zu sitzen oder im Niewöhner deutsche Küche in Form von Spargel, Matjes und Bratkartoffeln (warum gibt es sowas eigentlich nur hier?) zu essen, Fussball-Europameisterschaft zu feiern, sich von den Eltern bekochen zu lassen, bei Tanten und Onkeln im Garten zu sitzen, Grossmütter zu besuchen, andere “echte” Ozzies und ehemalige Ozzies hier zu treffen, Freunde zu umarmen und Geschichten zu teilen, die unendlich schöne Stimmung in der Alsterperle bei einem (oder auch mal mehreren) Weizenbieren zu genießen (wo gibt es sowas bitte nochmal?), Hamburger Schiffahrtskaufleute als Original zu erleben, über die Nordsee von Uetersen nach Büsum mit einer kleinen Cessna zu fliegen und dort einen Kaffee im Tower zu trinken, auf dem Goldbekmarkt die Croissants mit Freunden am Kaffeestand zu genießen und dann leckeren Käse vom Franzosen oder Österreicher zu probieren, in der Schanze den alternativen Gruppen zu begegnen und dann einen Tag später in Eppendorf dem neureichen “Schick” gegenüber zu sitzen, mit Ex-Kollegen über das immer noch vorherrschenden Chaos in der Firma zu diskutieren, mit uralten Freunden zusammen zu kommen und sich immer noch auf Anhieb zu verstehen und zu mögen sowie auf der Strasse von Leuten wieder erkannt zu werden und selbst Leute zu erkennen.

ALLES DAS IST HAMBURG - UND NOCH VIEL MEHR !!!

Es war schön, Hamburg, meine Perle. Ich werde Dich nun mal wieder verlassen. Bleib wie Du bist mit allen Facetten und Stimmungen. Wir kommen Dich wieder besuchen, ganz bestimmt in den nächsten 12 Monaten irgendwann. Und dann werden wir wieder viele der Dinge machen und vielleicht ein paar andere, welche wir nicht geschafft haben, andere Leute treffen, mal nach Sylt fahren, vielleicht sogar mal das Wellenreiten an der Nordsee probieren.

Vielen Dank an alle, welche sich die Zeit genommen haben und zu treffen, eigene Termine verschoben haben, uns Fahrräder und Autos geliehen haben, Wohnungen und Schlafplätze zur Verfügung gestellt haben und uns so warm hier empfangen haben - alles das ist auch Hamburg.

TSCHÜSS